Gedanken zu 7. Sonntag nach Trinitatis

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Gedanken zu 7. Sonntag nach Trinitatis

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen!   Eph. 2,19

Liebe Schwestern und Brüder!

Der heutige Wochenspruch scheint gut in diese Zeit zu passen. Erst in den letzten Tagen wurden wieder die Zahlen derer veröffentlicht, die auf der Flucht sind. Selbst Papst Leo XIV. reiste am 4. Juli 2026 auf die italienische Insel Lampedusa, um Überlebenden zu begegnen und der Opfer der Flucht über das Mittelmeer zu gedenken. Und immer noch kommen Flüchtlinge, ausgebeutet und betrogen von Schleppern über das gefährliche Meer und viele lassen dabei ihr Leben. Eine entsetzliche Bilanz tut sich da auf. Und auf der anderen Seite verstärken viele europäische Länder ihre Einwanderungsgesetze und einige wollen sogar alle Flüchtlinge zurück schicken und sprechen hier von Remigration. Wie unpaasend und dumm das ist, zeigt sich allein schon daran, dass wir ohne unsere ausländischen Freunde unsere Krankenhäuser und Altenheime gar nicht mehr betreiben könnten. In Sachsen Anhalt sind bald Wahlen und die AFD ist dort besonders auf dem Vormarsch. Ihr Parteiprogramm sieht Remigration im großne Stil vor. Doch eine Umfrage hat gezeigt, dass wir dann dort viele Krankenhäuser und Altenheime schließen müssten. 

Doch ich will heute gar nicht so sehr darauf herumreiten, mir geht es vor allem, in Hinblick auf den Wochenspruch darum, einmal zu fragen: Was sind wir Menschen eigentlich? Sind wir nur Stimmvieh für rechtsradikale Parteien oder eine Masse, die man in den Griff bekommen muss, sind wir austauschbar und im Grunde schon jetzt viel zu viele? In einem Kirchenlied heißt es: Wir sind nur Gast auf Erden. Das ist richtig und macht uns deutlich, wie vergänglich wir alle sind. Aber wie stehen wir denn als Gäste auf Erden da? Wir sprechen viel von Menschenrechten, vom Grundgesetz, vor dem alle Menschen gleich sind. Aber ist das so? Im letzten Genderbericht sieht das alles ganz anders aus. Was also ist der Mesnch? Ein Gast, ein Fremdling, ja vielleicht sogar ein Fremdkörper? Der uns heute unbkannte Apostel, der den Brief an die Gemeinde in Ephesus geschrieben hat, setzt etwas ganz anderes dagegen. 

Dieser Brief war als ein Rundbrief verfasst und erreicht so auch viele andere Gemeinden. Heute hätte er ihn wohl über WhatsApp verfasst. Er sagt der Gemeinde: Auch wenn es in der Welt so ausssieht, dass ihr hier nicht anderes als Menschenmaterial seid, nichts anderes als austauschbar oder sogar, noch schlimmer, zu beseitigen seid, wenn ihr nicht gehorcht und euch dem System anpasst, bei Gott seid ihr seine Hausgenossen und Mitbürger der Heiligen. Beides sind ganz besondere Ehrentitel. Gottes Hausgenossen dürfen Gott auf Augenhöhe begegnen, sie dürfen wissen, dass er sie ernst nimmt und mit ihnen im Gespräch bleiben will. Gottes Hausgenossen sind eben keine Sklaven, keine Befehlsempfänger und keine schwachen Rädchen, die man nach belieben auswechseln kann und schon gar keine Opfer der eigenen Interessen. Wie hasse ich es, wenn man im Ukrainekrieg von den Opfern als Kollateralschäden spricht und damit all die Toten meint, die in diesem Kreig bereits gestorben sind. 

Bei Gott ist das ganz anders. Mitbürger der Heiligen sind wir bei ihm. Wobei Heilige hier nicht diese besonderen Superhelden des Glaubens sind, wie sie die katholische Kirche kennt, Heilige sind nichts anderes als Gottes geliebte und damit besondere Kinder. Sie stehen unter seinem Schutz und halten sich fest an ihn, ihren Erlöser, der in Christus Mensch geworden ist. Gleichberechtigte Partner, gliebte Kinder, wertvoll und geschätzt, all das, was wir in dieser Welt nicht sind, das sind wir bei Gott. Und, ich denke, das kann uns stolz machen und uns anreizen, nicht alles mit uns machen zu lassen, was andere denken, mit uns machen zu können. Gottes Hausgenossen und Mitbürger der Heiligen, das sind Ehrentitel, mit denen wir uns schmücken dürfen und die uns zeigen, wie wir vor Gott stehen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schöne Woche 

Euer P. Gräwe

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